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Freitag, 04.10.2019

Aquafitness Symposium vom 30.09. – 01.10.2019

Durchführende der Veranstaltung. Foto: privat
Durchführende der Veranstaltung. Foto: privat

Referentin Schmid. Foto: privat
Referentin Schmid. Foto: privat

Was wird aus der Bewegung? 
Veranstaltung zur Zukunft der Aquafitness in der DIPLOMA Hochschule Veranstalter: Hessischer Schwimm- Verband e.V., DIPLOMA Hochschule, Pro Gesundheit Bad Sooden-Allendorf

Schirmherrschaft: Frau Prof. Dr. Michaela Zilling

Die Teilnehmenden waren aus Augsburg, Köln oder Hamburg nach Bad Sooden-Allendorf angereist. An zwei Tagen diskutierten Expertinnen und Experten aus der gesamten Bundesrepublik über die Weiterentwicklung der Aquafitness als gesundheitsfördernde Bewegung. Denn eine Sportart sind die vielfältigen Bewegungsoptionen im Wasser noch lange nicht. Zu unvollständig sind die Beschreibungen der auszuführenden Körperübungen, zu unpräzise viele Programme. Den Tagungsort, die DIPLOMA Hochschule in Bad Sooden-Allendorf hatten die Veranstalter sehr bewusst gewählt. Denn der Standort mitten in Deutschland ist aus allen Richtungen gut erreichbar und das Angebot der weiteren wissenschaftlichen Begleitung für alle Beteiligten sehr attraktiv. Es gibt im Bereich der wissenschaftlichen Evaluation der Aquafitness noch Vieles, was noch zu erforschen ist

In seinem Impulsreferat zur historischen Entwicklung der Wasserbewegung zeigte der Studiendekan für Physiotherapie und Medizinalfachberufe an der DIPLOMA Hochschule, Prof. Dr. Christoph Egner die Jahrtausende zurückreichenden Bezüge zwischen dem Wasser und dem menschlichen Leben auf. "Wasser ist die Wiege allen Lebens", sowohl als Nahrungsmittel wie als Bewegungsraum, war eine seiner Feststellungen. Über diese Erkenntnis verfügten bereits die Menschen des antiken Griechenlands und im fernöstlichen China. Viel Wissen wurde über die Generationen verschüttet und erst mit der Aufklärung und in der Moderne wiederentdeckt. Egner verwies auf die Entwicklung der Wassertherapien des Mediziners Hufeland und des Pfarrers Sebastian Kneipp. Auch in der Neuzeit seien Physiotherapeuten an der Entwicklung von Wassergymnastikprogrammen federführend beteiligt gewesen. Inzwischen sind die Bewegungen der Aquafitness aus der gesundheitlichen Eigenvorsorge wie aus der medizinischen Therapie und Rehabilitation kaum wegzudenken.

Den zweiten Impuls setzte der Sportwissenschaftler Tobias Dauner, der den vielfach verwendeten und multipel verwendeten Begriff der Fitness einordnete. Dauner, der hauptberuflich beim Landessportbund als Sportlehrer tätig ist, wies darauf hin, dass die Freizeitindustrie und die Fitness-Studios aktuelle Trends schneller erkennen und umsetzen würden als der organisierte Sport. Mehr als 10 Millionen Mitglieder haben die Fitnessstudios bereits. Gleichzeitig berichtete Dauner, der seit mehr als 20 Jahren auf dem Fitnessmarkt zu Hause ist, dass in der gesellschaftlichen Diskussion Fit sein und Fitness eng mit der Gesundheit verknüpft sei und auch in der Gesetzlichen Krankenversicherung der Fitnessbegriff mit dem körperlichen Wohlbefinden und der Abwesenheit von Krankheit verbunden sei. Doch trotz einer breiten Recherche sei es ihm nicht gelungen, eine allgemeinverbindliche Definition von Fitness zu finden.

Frau Dr. Birgit Schmid, die ein eigenes Aquafitness- und Gesundheitsprogramm entwickelt hat, und die für den Mitveranstalter des Symposiums, den Hessische Schwimm-Verband dieses Programm seit vielen Jahren immer wieder auch an Übungsleiterinnen vermittelt, übernahm dann die Aufgabe, die Fragebögen auszuwerten, die an alle Eingeladenen im Vorfeld versandt worden waren. Ziel der Befragung war es herauszufinden, welche unterschiedlichen Angebote es im Bereich der Aquafitness gibt, welche Ausbildungen dafür existieren und ob es eine wissenschaftliche Begleitung gibt.

Dabei wurde deutlich, dass die Übungsleiter Qualifikationen bei den verschiedenen Bildungsinstituten bisher inhaltlich eher uneinheitlich und auch quantitativ sehr gespreizt durchgeführt werden. Nicht alle Anbieter verfügen über eigene Ausbildungsordnungen, nur wenige werden wissenschaftlich unterstützt..

Die intensive Diskussion über die Ergebnisse und die erforderlichen Erkenntnisse wurde bei einem Abendessen mit Stefan Reuß, dem Landrat des Werra-Meißner Kreises, und dem Vorsitzenden des Sportkreises, Dr. Jörg Möller, fortgesetzt. Ebenfalls anwesend waren Frau Prof. Dr. Zilling, Präsidentin der DIPLOMA Hochschule und Prof. Dr. Egner.

Der zweite Veranstaltungstag stand dann ganz im Zeichen intensiver Diskussionen der Teilnehmenden. Zum einen wurden Ideen entwickelt, wie die weitere Netzwerkarbeit gestaltet werden könnte, zum anderen wurde Fragestellungen formuliert, die man mit Unterstützung der DIPLOMA Hochschule auf einer wissenschaftlich begründeten Ebene über Bachelor- oder Master-Thesen bearbeiten möchte. Ziel hierbei ist es, die bisher mit Erfahrungswissen begründeten Inhalte für die Aquafitness-Besucher wissenschaftlich zu untermauern und sich gegenüber dem Leistungssport weiter zu etablieren. Einig waren sich alle, dass der in Bad Sooden-Allendorf begonnene Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis sowie zwischen Sportverband und privaten Anbietern mit dem Ziel der Verbesserung der allgemeinen Fitness der Bevölkerung in Zukunft weiter fortgesetzt werden soll.

Bildunterschriften:

Gruppenbild_Öffentlich: Zufriedene Gesichter bei Veranstaltern und Teilnehmenden - von links: Prof. Dr. Christoph Egner (DIPLOMA), Petra Schidlack Berlin (Pro Gesundheit BSA), Axel Dietrich (HSV), Wolfgang Lehmann (DSV), Prof. Dr. Michaela Zilling (DIPLOMA), Claus Schidlack (Pro Gesundheit BSA) und Uwe Legahn (Aqua Creation)

Refertin_Schmid_bearb: Birgit Schmid, Entwicklerin des Aqua In Programms, stellte die Ergebnisse der Befragung vor

VON: AXEL DIETRICH - B.F.G.


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