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Donnerstag, 01.08.2019

Integration braucht besondere Aufmerksamkeit - Ergebnisse einer Umfrage

Aktivitäten im Wasser. Foto: A. v . Soosten-Höllings
Aktivitäten im Wasser. Foto: A. v . Soosten-Höllings

Toleranz und Offenheit in unserem Zusammenleben hat gerade im Sport eine lange Tradition. Sport kann Integration (soziale, aber auch kulturelle) fördern und zur Identifikation von zugewanderten Menschen mit unserer Gesellschaft beitragen. Das ist aber kein Selbstläufer. Wie sieht die Realität im hessischen Schwimmsport aus? Um sich dieser Frage zu nähern, hat der Hessische Schwimmverband e. V. im Frühjahr 2019 seine Mitgliedsvereine nach ihrem Engagement im Bereich der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund allgemein und Menschen mit Fluchthintergrund im Besonderen gefragt. 45 Vereine – fast 25 % der Mitgliedsvereine - folgten der Aufforderung und beantworteten die Fragen. Gut drei Viertel von ihnen (34) engagiert sich in irgendeiner Form. Über die Hälfte bilden Menschen mit Migrationshintergrund im Schwimmen aus, etwa ein Viertel gab noch an, auch in Wettkampfgruppen und im Erwachsenenschwimmen Menschen mit Migrationshintergrund zu beteiligen. Die Teilnahme von geflüchteten Menschen an ihren Angeboten meldete fast die Hälfte der Antwortenden zurück. Nach den Erfahrungen gefragt stellten Vereine heraus, wie unterschiedlich die Bedingungen in den Herkunftsländern sind, in denen Schwimmen meist keineswegs selbstverständlich sei. Die Erfahrungen im Schwimmbetrieb der hessischen Vereine sind dann auch sehr unterschiedlich. In manchen Rückmeldungen wurde das große Interesse und Engagement der Geflüchteten, in anderen das mangelnde Interesse, das zum Einstellen von Angeboten geführt habe, hervorgehoben. Zu den häufiger genannten Beobachtungen gehörte beispielsweise eine unregelmäßige Teilnahme an den Angeboten. Nicht ganz überraschend daher die Aussage von mehreren Vereinen, dass die Integration in den Schwimmbetrieb teilweise besonderer Aufmerksamkeit bedürfe. Schwierig sei der Kontakt zu den Eltern, Sprachhindernisse erschwerten die Integration (häufige Nennung), es bedürfe klarer Regeln. Besondere Anforderung sei die vielfach gewünschte Geschlechtertrennung. Betont wurde der besondere Stellenwert des Sports für die Integration ebenso wie der fehlende Schritt vom „besonderen Angebot“ für die Zielgruppe zur „echten Integration“.
Besondere Angebote für einzelne Gruppen haben 20 % der sich beteiligenden Vereine. Vor allem Schwimmen für Frauen wird hier genannt. Dies bieten immerhin sieben Vereine an.
Gefragt wurde auch nach der Finanzierung des Engagements. Nur 9 Vereine gaben an, das Angebot gänzlich kostenlos bereitzustellen. Jeweils ein Drittel gab an, die Angebote über Beiträge (teilweise reduzierten) und/oder über Fördermittel zu finanzieren. Hier wurde besonders die Nutzung von Teilhabeleistungen aus dem Bildungspaket sowie die Förderung aus dem hessischen Landesprogramm „Sport und Flüchtlinge“ sowie aus dem Bundes-programm „Integration durch Sport“ genannt. Die beiden genannten Programme kannten über zwei Drittel der Antwortenden.
Etwa die Hälfte der Befragten wünscht sich mehr Unterstützung durch den Verband – die meisten nur mehr Information, 20 % Fortbildungen und nur wenige (6) fordern Austausch-möglichkeiten ein. Diesen Wünschen wird der Verband in nächster Zeit versuchen stärker nachzukommen.
Die Beteiligung an und die Rückmeldungen der Umfrage zeigen deutlich: Der Hessische Schwimmverband ist auf einem guten Weg, es braucht aber noch viel besondere Anstrengung, Integration im Schwimmen zu realisieren. Für die meisten Vereine steht der Sport selbstverständlich im Mittelpunkt. Ein erfolgreicher Sportbetrieb braucht heute alle verfügbaren Ressourcen. Wie viele andere Sportarten fehlt es auch beim Schwimmen an personellen Ressourcen. Erschwerend kommt aber hinzu, dass die Ressource Wasser immer knapper wird. Diese Rahmenbedingungen erschweren gerade den Schwimmvereinen ein gesellschaftliches Engagement. Dass trotzdem so viele Vereine im Bereich des Hessischen Schwimmverbandes sich engagieren, zeigt die große Bereitschaft, Verantwortung in gesellschaftlichen Bereichen zu übernehmen. Der Verband wird den Auftrag aus der Umfrage aufgreifen und die Unterstützung anbieten.

VON: A. V. SOOSTEN-HÖLLINGS - VIZEPRÄSIDENTIN


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