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Dienstag, 22.05.2018

Rekordzahlen bei Schwimmprüfungen 2017 und "HSV Vereine auf dem Weg zum inklusiven Schwimmverein"

Vielseitigkeitsabzeichen Seehund Trixi. Logo: DSV
Vielseitigkeitsabzeichen Seehund Trixi. Logo: DSV

Positive Auswertungsergebnisse I
Seit 2008 ermittelt der Hessische Schwimm-Verband e.V. jährlich die Anzahl der in seinen  Vereinen dokumentierten Schwimmabzeichen. Der Verband möchte damit auf das umfangreiche soziale Engagement und die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung der ehrenamtlichen Vereinsmitarbeiter_innen aufmerksam machen. Für das Berichtsjahr 2017 hat sich erneut ein knappes Drittel der HSV-Mitgliedsvereine an dieser freiwilligen Befragung beteiligt. Erstmalig dabei sind der FVV Frankfurt und der TSV Eintracht Stadtallendorf gewesen. Andere Vereine haben zum Bedauern des Verbandes auch in diesem Jahr auf eine Beteiligung verzichtet.
Insgesamt haben die qualifizierten Trainer_innen der antwortenden Vereine 3675 Prüfungen für den Erwerb des Seepferdchen-Abzeichens abgenommen. Das ist in absoluten Zahlen mehr als in den Befragungen zuvor. Bei der Auswertung aufgefallen ist jedoch, dass die Zahl der erfolgreichen Prüfungen zum Erwerb des Jugendschwimmabzeichens in Bronze bei weniger als der Hälfte lagen. Nur 1507 Jugendschwimmpässe und bronzenen Abzeichen konnten die Vereine nach einer erfolgreichen Prüfung an Mädchen und Jungen in Hessen vergeben. "Diese Diskrepanz gibt uns zu denken", sagt der ehemalige Vizepräsident des Verbandes, Axel Dietrich, "bestätigt sie doch leider die Ergebnisse der letzten Jahre. Dabei wissen wir alle, dass die Anforderungen der Seepferdchen-Prüfung nicht ausreichend sind, um ein sicheres Schwimmen nachweisen zu können. Das ist erst mit dem Bestehen des Jugendschwimmabzeichens in Bronze und dem regelmäßigen weiteren Üben gegeben."
Bedauerlich empfindet Dietrich die nach wie vor niedrige Anzahl an Prüfungen für das "Vielseitigkeitsabzeichen Seehund TRIXI". Lediglich 101 erfolgreiche Prüfungen haben die hessischen Schwimmvereine an den Verband gemeldet. Genauer wäre die Aussage "haben fünf Vereine dem Verband gemeldet", denn die übrigen Vereine haben an dieser Stelle eine "0" eingetragen. Die größte Anzahl an erfolgreichen TRIXI Prüfungen gab es im Jahr 2017 beim SC Oberursel, exakt 50 Vielseitigkeitsabzeichen haben die Trainer_innen dort an die Mädchen und Jungen verliehen. An zweiter Stelle folgt der Rüsselsheimer Schwimm-Club mit 26 erfolgreichen TRIXI-Prüfungen. Die weiteren Prüfungsurkunden verteilen sich auf den TV Heringshaien, denTSV Herleshausen und den TV Babenhausen.
Inhaltlich fordert der Seehund TRIXI von den Kindern genau die Vielseitigkeit ein, die den Schwimmsport ausmachen und die Sportpädagogen von einer guten Basisqualifikation fordern. Mindestens zwei Schwimmarten müssen die Kinder beherrschen; eine Tauchstrecke, eine Übung zum Rollen und Drehen, einen Sprung und das Wasserball dribbeln runden den Prüfungskanon ab. Das Problem bei diesem einzigartigen DSV-Abzeichen ist, dass es in der Öffentlichkeit nahezu unbekannt ist und deshalb von den Eltern in den Vereinen nicht nachgefragt wird. Außerdem fordert der Aufsichtserlass des Kultusministers von den Schüler_innen das Jugendschwimmabzeichen in Bronze ein, um an Ausflügen oder Klassenfahrten mit Wassererlebnissen teilnehmen zu dürfen. "Dennoch würden wir TRIXI gern stärker in unseren Vereinen powern, allein um die Basiskompetenz Schwimmen auch in Prüfungen breit aufzustellen und Kindern alle Disziplinen des Schwimmsports zu zeigen",  betont der Verbandsvertreter.
Den meisten Vereinen steht für ihre Schwimmausbildung entweder ein Lehrschwimmbecken oder ein Kombi-Bad mit einer dazugehörigen Flachwasserfläche zur Verfügung. Einige Vereine teilen in der Umfrage jedoch mit, dass sie ausschließlich über den Zugang zu einem Tiefwasserbecken verfügen oder sie sich auf eine Ausbildung im Freibad beschränken müssen. Für den Verband sind das wichtige Hinweise, dass in Hessen trotz vielfältigen Anstrengungen noch Lücken in der notwendigen flächendeckenden Bäderversorgung existieren.
Jeder sechste der teilnehmenden Vereine bietet selber keine Schwimmausbildung an, sondern überlässt dies dem Badbetreiber, den Rettungsverbänden, privaten Anbietern oder Nachbarvereinen. Einige Vereine haben in ihrem Portfolio keine Kinder- und Jugendgruppen sondern konzentrieren sich auf Bewegungsangebote für Erwachsene und Ältere. Die Vereine, die ausbilden, organisieren dies zu über 50 Prozent in Schwimmkursen, wie sie auch in privaten Schwimmschulen üblich sind. Etwas mehr als ein Viertel der Vereine bietet ihren Mitgliedern "Dauerangebote" für die Schwimmausbildung an, in die die Eltern mit ihren Kindern dann einsteigen, wenn ein Platz frei geworden ist, und bei dem sie den Ausstiegszeitpunkt dann (un-)abhängig vom Leistungsstand der Kinder selber bestimmen können. Die übrigen 15 Prozent der Vereine machen in ihrem Fragebogen keine Angaben zur Organisationsform oder geben eine Mischform in der Organisation der Ausbildung an. "Hier müssen wir zu noch deutlicheren Positionen finden, um Eltern aufzuzeigen, über welche Kompetenzen ihr Kind verfügen muss, um sich den Bewegungsraum Wasser sicher zu erschließen. Das Erreichen dieser Kompetenzen ist dann in mehreren Ausbildungsschritten anzustreben und durch entsprechende Abzeichenprüfungen zu dokumentieren. Die Umsetzung  können wir durchaus in unterschiedlichen Organisationsformen erreichen", bezieht Dietrich Position.
"Wir sind den Verantwortlichen in der Kommission Sport der KMK und im Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung deshalb auch dankbar, dass sie die Niveaustufen des Schwimmens in den Handlungsempfehlungen für die Schulen beschrieben hat, die Umsetzung sollte nun das gemeinsame Ziel des organisierten Sports und der Schule sein, setzt er die weiteren Ziele.
Zur Vollständigkeit an dieser Stelle noch die weiteren Ergebnisse: Die Anzahl der bestätigten Jugendschwimmabzeichen in Silber lag im Jahr 2017 bei 672, die Prüfungen zum Erwerb des goldenen Jugendschwimmabzeichens bestanden 371 Mädchen und Jungen.
Bild: LOGO TRIXI  Taucht nur an wenigen Orten auf - Seehund TRIXI, das Vielseitigkeitsabzeichen des Schwimmverbandes
Positive Auswertungsergebnisse II
2007 hat Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet. Seitdem wurde in Behörden und Verbänden ein Prozess initiiert, um Menschen mit Beeinträchtigungen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
Der Hessische Schwimm-Verband hat zu Beginn des Jahres seine Vereine gebeten ihm einen Einblick in die lokale Umsetzung zu geben und versucht herauszufinden, in wie weit der Landesschwimmverband sie in diesem Prozess unterstützen kann.
42 Vereine sind dieser Bitte nachgekommen. Damit hat mehr als ein Fünftel der Vereine (22,1 %) den per Post versandten Fragebogen beantwortet. Darunter waren kleine Vereine und Abteilungen mit einer Mitgliederzahl unter 50 Personen (3), weit häufiger jedoch größere Vereine mit Mitgliederzahlen von mehr als 200 Personen (16).
Bei einem Viertel der teilnehmenden Vereine (10) weisen die von ihnen genutzten Bäder zahlreiche Barrieren auf, so dass die potentiellen oder bereits aktiven Schwimmer mit Beeinträchtigungen nur mit einem größeren Aufwand am Übungs- und Trainingsbetrieb des Vereins teilhaben können. In 37,5 Prozent der Rückantworten (15) hielten die Vereine ihr Bad dagegen für barrierefrei. Die übrigen Vereine gaben an, dass ihr Bad nur geringe Barrieren aufweise und die Kinder und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen ohne größeren Aufwand am Übungs- und Trainingsbetreib teilhaben können.
Keine Aussagen können an dieser Stelle dazu getroffen werden, wie die Vereinsmitarbeiter unter welchen Kriterien die bauliche Gestaltung der Sportstätten beurteilt haben, da der Fragebogen diesbezüglich keine behinderungsspezifischen Fragen gestellt hat. Interessant ist jedoch, dass in der überwiegenden Anzahl der Rückmeldungen von Vereinsvorsitzenden oder Abteilungsleitern (50,0 %) erfolgten. Nur ein Verein hat den Fragebogen von seinem Integrationsbeauftragten beantworten lassen.
Trotz der festgestellten baulichen Barrieren in den Bädern berichtet annähernd die Hälfte der Vereine (19), dass sich Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen an ihren Übungs- und Trainingsgruppen beteiligen. Mehrheitlich sind sie in den im Verein angebotenen Freizeitgruppen (13) zu finden, vielfach haben sie jedoch auch an der Schwimmausbildung (9) und am Wettkampfsport (10) teilgenommen.
Bei der Frage nach der Art der Beeinträchtigungen, die die von ihnen betreuten Kinder und Jugendlichen aufweisen, antworteten 16 Vereine die Kinder hätten sozial-emotional Beeinträchtigungen, 13 Vereine gaben an, körperlichen beeinträchtigte Kinder zu begleiten und 9 Vereinen kümmern sich um Kinder mit kognitiven Beeinträchtigungen. Zehn Vereine berichteten, dass sie nur eine Art von Beeinträchtigungen betreuen, sechs Vereine haben Kinder mit zwei verschiedenen Beeinträchtigungsarten bei ihren Teilnehmern und in weiteren sechs Vereinen nehmen Kinder und Jugendliche mit allen drei beschriebenen Beeinträchtigungsarten teil.
Anzumerken ist, dass ein Verein über die Teilnahme von sozial-emotional beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen berichtete, der zuvor die Betreuung von beeinträchtigten Kindern negiert hatte und ein Verein eine spezielle Beeinträchtigungsarten keiner der vorgegebenen Gruppen zugeordnet hat.
Bei Wettkampfmeldungen beteiligen sich fast alle an Einladungsschwimmen benachbarter Vereine (9), darüber hinaus melden fünf Vereine ihre beeinträchtigten Sportler auch bei Hessischen, Süddeutschen und Deutschen Meisterschaften. Ebenfalls 5 Vereine melden ihre Sportler bei Wettkämpfen, die von Behindertensportverbänden (Hessischer Behinderten- und Rehabilitationssportverband, Special Olympics) ausgerichtet werden. Dieses ist umso bemerkenswerter, da nur drei dieser Vereine angeben, Mitglied in einem dieser Verbände zu sein.
Die abschließende Frage nach Fortbildungswünschen bejahte ein gutes Drittel der Vereine, knapp 2/3 der Vereine signalisierten noch keinen oder gar keinen Fortbildungsbedarf zu haben. Auffällig war dabei, dass der Fortbildungsbedarf ganz überwiegend für die Übungsleiter und Trainer gewünscht wurde, nur zwei Vereine sahen auch einen Fortbildungsbedarf für andere Vereinsmitarbeiter wie Vorstände oder Geschäftsstellenmitarbeiter. Inhaltlich orientieren sich die Wünsche von der Gestaltung der Trainingsstunden mit heterogenen Gruppen über Fragen der Aufsichtspflicht bis zum Umgang mit Eltern beeinträchtigter Sportler.  

VON: A. DIETRICH - B.F.G.


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